Wissensstand

Trotz der wachsenden Sorge der Wissenschaftsgemeinschaft bleibt die Ansammlung der Plastikabfälle in den Ozeanen ein Mysterium. Man weiss immer noch nicht, was am Ende aus den schwimmenden Abfällen wird.

Das Phänomen, worüber in den Medien am meisten berichtet wird, ist die Bildung von Zonen mit einer hohen Konzentration an schwimmendem Abfall, die oft übertrieben als „siebte Kontinente“ bezeichnet werden, als „Trash Vortex“ oder „Wast Patches“. Das in allen Meeren der Welt allgegenwärtige Plastik bereitet zunehmend Sorgen. Das regt die wissenschaftliche Forschung an: Obwohl es noch nicht viele Studien gibt, werden diese wenigen in unterschiedlichen Regionen der Welt durchgeführt. Die Ansätze werden vielfältiger und so lassen sich mehr oder weniger drei Arten von Studien unterscheiden:

  • Studien zum Verschmutzungszustand. Die wissenschaftliche Gemeinschaft versucht einen umfassenden Wissensstand des Verschmutzungsniveaus weltweit zu erreichen, sowohl hinsichtlich der geographischen Verteilung wie auch hinsichtlich der Entwicklung über die Zeit. Tatsächlich dachte man lange, dass die ozeanischen Wirbel für die treibenden Abfälle Endstation darstellten. Die neusten Studien zeigen jedoch, dass trotz des Konzentrationseffekts weniger als 1% des im Wasser treibenden Kunststoffs sich in solchen Konzentrationszonen befindet. Was aus dem schwimmendem Plastik wird, bleibt bis heute ein Mysterium. Es ist nicht bekannt, ob es absinkt und sich in den Sedimenten ablagert, ob es in sehr kleine Partikel zerbricht, ob es von Bakterien zersetzt wird oder ob es von der Fauna absorbiert wird. Die Tätigkeit von Oceaneye konzentriert sich genau auf dieses Thema.


Was aus dem schwimmendem Plastik wird, bleibt bis heute ein Mysterium: Man weiss immer noch nicht, wo sich 99% des an der Oberfläche treibenden Plastiks befinden

 

Menge des Mikroplastiks (Anzahl/km2)

Menge des Mikroplastiks (Anzahl/km2). Digitales Vorhersagemodell basierend auf den aktuell verfügbaren Daten. Quelle: Eriksen & al, 2014.

  • Studien hinsichtlich der „physischen“ Auswirkungen des Plastiks auf die Umwelt: Sauerstoffmangel am Meeresgrund, tote Tiere durch Ersticken, Strangulierung oder Ansammlung von Plastik im Magen. Es gilt statistische Daten zu sammeln, um die Auswirkungen auf die Meeresfauna und -flora zu beziffern. Diese Daten werden oft von Organisationen geliefert, welche die Küsten säubern oder die Natur schützen.


Die Ansammlung von Plastikobjekten im Magen der Tiere ist ein sehr reelles Problem


Gewisse Regionen sind stark verschmutz. Der Mensch ist ebenfalls Opfer dieser Verschmutzung.

  • Studien zu den „chemischen und biologischen“ Folgen aufgrund der Giftigkeit der Kunststoffverbindungen sowie der PBTs (bioakkumulierbare und toxische Substanzen), die sich darauf festsetzen, und zu der Frage der Einschleppung invasiver Arten. Diese Phänomene sind komplex und erstecken sich über lange Zeiträume. Diese Art von Studien setzt spezifische Kenntnisse voraus und wird im Allgemeinen von spezialisierten Laboratorien durchgeführt.