15.01.2017

Analyse der Proben 2016: 70 zusätzliche Punkte!

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Fotos: Oceaneye.

Im Labor von Dr. Felippe de Alencastro an der EPFL analysierte das Team von Oceaneye etwa 70 Proben, die hauptsächlich auf der vollständigen Südpazifiküberquerung des Segelschiffs „Fleur de Passion“ gesammelt worden waren (Programm Micromégas mit unserem Partner The Ocean Mapping ExpeditionFilm zu dieser Etappe ansehen (französisch)).

Aufdeckung von grossen Unterschieden

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Gut sichtbare Unterschiede: links – eine Probe aus Patagonien mit Algen, Blättern und Körnern, rechts – eine Probe aus dem Müllstrudel im Südpazifik, wo das Plastik Hauptbestandteil ist. Fotos: Oceaneye

Es war eindrücklich zu erkennen, dass das chilenische Patagonien noch fast unberührt ist von dieser Verschmutzung, ebenso wie auch der grösste Teil des Südpazifiks.

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Plastikdichte an der Oberfläche (Mikro- und Mesoplastikpartikel) in Masse/km2.

Aber „zufällig“ führte die Route der „Fleur de Passion“ durch die Zone mit der stärksten Akkumulation von Kunststoffabfällen im Südatlantikstrudel. Diese geografische Zone war zuerst  auf Grundlage von digitalen Modellen vorausgesagt worden (siehe Grafik unten). Später, im Jahr 2013, veröffentlichte das Team von Markus Eriksen eine Studie basierend auf einer Reihe von Stichproben (Eriksen et al., Marine Pollution Bulletin, 2013). Oceaneye bestätigt diese Ergebnisse und erlaubt es, diese Verschmutzungszone hinsichtlich Konzentration und geografischer Ausdehnung besser zu beschreiben.

Modèle de prédiction numériqueDigitales Vorhersagemodel zur Konzentration schwimmender Plastikreste gemäss. Maximenko et al., IPRC Climate, 2008.

Diese Ergebnisse werden zusammen mit jenen aus den Jahren 2013 und 2014 für eine wissenschaftlichen Publikation in Zusammenarbeit mit anderen akademischen Forschungsgruppen genutzt werden.

Mit dieser Reihe von Messungen weitet Oceaneye den Bereich seiner Fachkenntnis erheblich aus. Der Verein zeigt damit auch, dass seine Entscheidung im Jahr 2015, auf die Ökopartizipation zu setzen, die richtige war! Die ganze Kette funktionierte: Sammeln von Proben vor Ort, Analyse durch uns und Veröffentlichung der Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen.
Diese Erfolge stärken uns in unserem Entschluss, quantitative Wissenschaftsprojekte parallel zu unseren Sensibilisierungsaktivitäten durchzuführen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft, mit der wir zusammen arbeiten, benötigt diese Art von Daten, um das Phänomen der Plastikverteilung im Meer verstehen zu können: Annahmen zu den vorhandenen Mengen, dem unterschiedlichen Ursprung und die weitere Entwicklung des Plastiks. Wir werden auf den letzten Punkt zurückkommen, da er einen immer zentraleren Platz in der Problematik einnimmt.